Das Altenheim Pauline von Mallinckrodt erhält am 29.11.2010 das Ethische Zertifikat nach dem Dekalog

Erstes Altenheim in Deutschland, das ein ethisch orientiertes Zertifikat erhält.

Sichtlich erfreut nehmen Vincenz Holthaus , Einrichtungsleiter und Ulrike Molitor im Beisein von Landrat Müller, Sr. Anna Schwanz, Provinzoberin der Schwestern der Christlichen Liebe und vielen weiteren Gästen und Mitarbeitenden das Zertifikat von Frau Prof. Elisabeth Jünemann und Abt Albert Dölken entgegen.

Der Verleihung vorausgegangen waren eine intensive Auseinandersetzung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ulrike Molitor, auf die die Idee zur Arbeit mit dem Dekalog zurückgeht, erläuterte die Stufen der gemeinsamen Erarbeitung. Sie berichtete:

  • In 10 Mitarbeiter-Workshops wurden die 10 Gebote zunächst im Hinblick auf Historie und biblisches Verständnis in Form von Folien dargestellt.
  • Anschließend erfolgte eine Interpretation für die heutige Zeit mit der Zielsetzung, die Auswirkungen für das Altenheim aufzuzeigen und daraus Maßnahmen zu entwickeln.
  • Die Ergebnisse wurden dokumentiert, Maßnahmen mit verfolgten Zielen, Ziele mit Kennzahlen definiert. Dies sind die wesentlichen strukturierenden Prozesse der Balance Scorecard, um so Nachhaltigkeit zu gewährleisten.
  • Anders ausgedrückt, ich kann jederzeit überprüfen, wie weit ich auf dem Weg mit dem Wertemanagementsystem auf Basis des Dekalogs bin.
  • Zurückblickend auf das 8 Gebot , hat sich hieraus der Leitsatz entwickelt: Die Kommunikation als wertschätzender Faktor wird als wichtig angesehen und durch Fortbildung ständig weiterentwickelt)
  • Des Weiteren wurde dieses Gebot mit einem Zitat von Mutter Pauline untermauert , sie würde dazu wohl sagen: „ die größte Ehrlichkeit ist zuletzt die größte Klugheit“

Frau Molitor machte deutlich, dass mit dem Erreichen der Zertifizierung zwar der Nachweis erbracht wurde, dass sich alle Mitarbeitenden auf den richtigen Weg begeben haben, dass es aber kein Ende des Weges gibt, sondern dass es ein eine lebenslange Aufgabe ist, diesen Weg zu gehen.

Wenn Sie mehr über das Ethische Konzept erfahren wollen, dann lesen Sie weiter.
Orientiert an den Geboten gibt es im Altenheim Pauline von Mallinckrodt zehn Leitsätze. Die folgende Übersicht gibt einen kleinen Einblick. Aus dem Gebot ist jeweils ein Freiheitsraum abgeleitet, dem zu erreichende Ziele in der Arbeit im Altenheim zugeordnet sind. Ergänzt sind diese jeweils durch eine Aussage Mutter Paulines.

1. Gebot: Du sollst neben mir keine anderen Götter haben
Freiheitsraum: Identität
Das Altenheim steht für die Verwirklichung christlicher und sozialer Grundwerte im Sinne Mutter Paulines.

„Die ganze Welt kann dir nicht schaden, wenn du Gott zum Freunde hast.“ PvM 22.10.1858

2. Gebot: Du sollst den Namen Deines Herrn nicht mißbrauchen
Freiheitsraum: Integrität
Unser Altenheim steht für ein kontinuierliches Qualitätsmamnagement an dessen Verbesserung und Weiterentwicklung gearbeitet wird.

„dass Gottes Ehre gefördert wird, darauf kommt es an, – dass das Gute geschieht, — nicht darauf, dass es von uns geschieht, dass uns die Menschen loben…“ PvM 25.12.1861

3. Gebot: Achte auf den Feiertag. Halte ihn heilig
Freiheitsraum: Heilige Zeit
Wir achten auf die Besonderheit der Sonn- und Feiertage.
Der Sonntag als der Tag, der die Woche strukturiert, wird als besonderer Tag erlebt.

„Ich wünsche, daß Sie den Sonnatg frei behalten. Ihre Seele bedarf auch der Erquickung – Geist und Körper der ERholung und Ruhe.“ PvM 30.12.1857

4. Gebot: Ehre deinen Vater und deine Mutter
Freiheitsraum: Generationen-solidarität
Wir sehen unseren Auftrag darin unsere Mitarbeiter/Innen, jeglichen Alters, durch Wertschätzung, Fortbildungen und angemessener Gestaltung der Arbeitsabläufe, zu fördern – zum Wohle Aller.

„…gemeinschaftlich läßt sich eine Sache viel besser verantworten…“ PvM 03.08.1862

5. Gebot: Du sollst nicht töten
Freiheitsraum: Körperliches und geistiges Leben
Das ganzheitliche Bild vom Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele prägt das Leben in der Einrichtung.

„Das ist die Würde des Menschen, daß er mitwirkt gemeinsam mit Gott.“ PvM 1849

6. Gebot: Du sollst nicht die Ehe brechen
Freiheitsraum: Verlässliche Vereinbarungen
Unser Altenheim versteht sich als ein verlässlicher Partner für Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter und fördert somit eine KUltur des Vertrauens.

„Einer muß dem anderen das Wort gönnen, und man muß gemeinschaftlich überlegen, sonst geht’s nicht – wenn bloß jeder auf seinen Kopf wühlt – Gottes Segen ist nicht dabei.“ PvM 1877

7. Gebot: Du sollst nicht stehlen
Freiheitsraum: Eigentum
Wir gehen sorgsam mit unseren Ressourcen um und sichern so die Zukunft und wirtschaftliche Grundlage des Altenheims.

„Je näher der Kontakt ist, den man miteinander hat, desto rücksichtsvoller muß derselbe sein, dami man sich das Leben gegenseitig angenehm und nicht bitter macht.“ PvM 20.01.1861

8. Gebot: Du sollst nicht falsches Zeugnis reden
Freiheitsraum: Kommunikation
Kommunikation als wertschätzender FAktor wird als wichtig angesehen und durch Fortbildung ständig weiterentwickelt.

„Die größte Ehrlichkeit ist zuletzt die größte Klugheit.“ PvM 25.07.1849

9. Gebot: Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen
Freiheitsraum: Intime Gemeinschaft
Wir gehen professionell mit Nähe und Distanz um und schützen so die Intimsphäre von Bewohner/innen und Mitarbeiter/innen.

„…mit der Tagesordnung“ geht es, „wie mit dem inneren Frieden und der Ruhe der Seele, ohne die nichts geschehen kann…“ PvM Febr 1851

10. Gebot: Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen
Freiheitsraum: soziale Gemeinschaft
Gottvertrauen ist die Basis, die dazu führt, dass alle Mitarbeiter, Bewohner, Geschäftspartner und Angehörige, mit Eleganz miteinander umgehen.

„Gottvertrauen, Kopf oben, Ruhe und Liebenswürdigkeit, das ist die Kunst einer guten Geschäftsführung im Reiche Gottes.“ PvM Okt 1853