Wirtschaft braucht Werte.

Nur das Unternehmen - ob in der Privatwirtschaft oder der Sozialwirtschaft -, das auf eine verlässliche Vorstellung von gültigen Werten verweisen kann und davon, wie diese Werte wirksam werden können, kann eine Vertrauenskultur aufbauen. Eine Unternehmenskultur, die auf Vertrauen baut, ist in der heutigen multioptionalen Gesellschaft notwendiger denn je. Je vielfältiger die Optionen, desto größer die Freiheit. Aber je größer die Freiheit, desto größer auch das Risiko, sie wieder zu verlieren. Die zahlreichen Unternehmenskrisen in der Wirtschaft, im Gesundheits- oder im Sozialwesen zeugen davon.

Ein Management, das über moralische Kompetenz verfügt, über orientierende Vorstellungen, was der Mensch zum guten Leben unter gerechten Bedingungen braucht und wie die zu konkretisieren wären, grenzt dieses Risiko jedoch ein.

 

Risikomanagement durch Moral

Ein solches Risikomanagement durch Moral betreiben seit Jahren die Unternehmen, die auf "Compliance" setzen. Sie verpflichten sich, ein System einzurichten, das gewährleistet, dass sich alle am Unternehmen Beteiligten an festgelegte Rahmenbedingungen halten ("to comply" = befolgen, erfüllen). Man legt Leitbilder, Standesregeln oder Verhaltenskodizes ("Codes of Conduct") fest und kommuniziert sie. Man kommuniziert Werte: "Diese Werte sind uns wichtig." Das tatsächliche Orientieren an diesen Werten können Kunden, Mitarbeiter oder Aktionäre nicht vor Gericht einklagen können. Aber dort, wo Organisationen sich an die kommunizierten Werte nicht halten, bieten sie freiwillig Ansatzpunkte für massive Kritik. Intern und extern.

 

Organisationen verpflichten sich auf eine Moral.

Diese Unternehmen, Einrichtungen, Häuser geben auf die Frage nach dem, was für den Menschen gut ist und ihm gerecht wird, eine eindeutige Antwort. Im allgemeinen Reden von Werten, von Normen und von dem richtigen Verhalten, im allgemeinen Diskurs der verschiedenen Moralen, sprechen sie von gültigen Kriterien für eine verlässliche und verbindliche ethische Entscheidung. Sie halten ein Programm vor, nach dem verbindlich das eine als "gut" und "gerecht" geachtet, das andere als "böse" oder "ungerecht" missachtet wird.

An jedem Ort, an dem viele Kulturen, Religionen, Generationen, Berufe zusammenkommen, gibt es viele Programme, unterschiedliche moralische Programme. Zunächst nebeneinander (er denkt so, sie so…), aber spätestens dann, wenn die verschiedenen, miteinander konkurrierenden Moralvorstellungen in einer konkreten Situation aufeinander treffen, treten Moralen und Moralprogramme gegeneinander an. Moral braucht kritische Reflexion und Personen, die dafür stehen, dass die stattfindet. Personen, die die basalen Entscheidungen treffen - auch die für ein Moralprogramm.

 

Moral braucht ein Programm.

Darum geht es. Um die Orientierung an Moral als einem bestimmten System von Werten und den entsprechenden strukturellen und habituellen Konsequenzen. Um eine begründete Antwort auf die Fragen der Mitarbeiter aller Entscheidungsebenen genauso wie auf die Fragen der Kunden oder der Geschäftspartner nach dem Guten und Gerechten. Eben um orientierende Vorstellungen, was der Mensch zum guten Leben unter gerechten Bedingungen braucht und wie die zu konkretisieren wären.

 

Moralische Programme halten Religionen vor.

Religionen vermitteln verlässlich orientierenden Vorstellungen vom Guten und Gerechten; zum Beispiel und vor allem die jüdisch-christliche Tradition: Am Anfang der Geschichte Gottes mit den Menschen steht da die Befreiung, die neue Freiheit. Am Anfang stehen der Gott, der sein Volk befreit, und das Volk, das sich von Gott in die Freiheit führen lässt, auf sein Wort hin: "Es sprach der Herr: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen, und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört. Ich kenne ihr Leid. Ich bin herabgestiegen, um sie der Hand der Ägypter zu entreißen und aus jenem Land hinauszuführen in ein schönes, weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen ..." (Ex 3,7-8).

 

Vor der Moral steht die Freiheit:

Auf Gottes Wort hin brach das Volk auf in die Freiheit. Ein riskanter Aufbruch, ein Aufbruch in eine neue, unsichere Zukunf, in eine Freiheit, mit der nicht leicht umzugehen ist, in die sich noch keiner geübt hat. Das Volk Israel stellt sich der neuen, riskanten Freiheit. Man geht den Weg in die Freiheit auf die Verheißung Gottes hin, der sich erklärt als der befreiende Gott. Das Volk Israel hat das erfahren: Man hält die geschenkte Freiheit nicht durch Freiheit beschneidende Sicherheiten, nicht durch Beobachten und Bewachen, nicht durch Kontrollieren und Reglementieren. Die Herrschaft der einen über die anderen führt nach Ägypten zurück, in die Sklaverei, in die Unfreiheit, in die Gottesferne. Es gibt einen anderen Weg. Gott hat ihn seinem Volk gewiesen - in den 10 Geboten des Alten Testamentes.

 

10 Gebote des Altern Testamentes bieten

Damals, vor 3.000 Jahren, nach dem Auszug aus Ägypten, in der Situation neuer unbekannter Freiheiten und ihrer Risiken für das kleine Volk Israel, das sich auf den Weg macht, das von Gott verheißene Leben in Freiheit zu leben.

Heute, in einer multioptionalen Gesellschaft, in der Situation immer größerer Freiheiten und ihrer Risiken für Organisationen, die sich auf den Weg machen, in allen Bereichen, in allen sozialen Systemen, im Privaten, im Sozialen, Wirtschaftlichen oder Politischen das von Gott geschenkte Leben in Freiheit zu leben.

















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